Jass zu zweit und zu dritt
Der Schieber braucht vier Spieler – aber was, wenn nur zwei oder drei am Tisch sitzen? Dann gibt es zwei Wege: Ihr spielt eine Variante, die für weniger Spieler gemacht ist, oder ihr jasst online und lasst den Computer die freien Plätze übernehmen. Hier findest du beides.
Online: Der Computer füllt die freien Plätze
Bei Jassen Online eröffnest du im Menü unter «Tisch mit Freunden» einen Tisch für Schieber, Coiffeur oder Differenzler. Du bekommst einen Tisch-Code und einen Einladungslink, den du deinen Freunden schickst. Jeder wählt seinen Platz, und alle Plätze, die frei bleiben, übernimmt der Computer.
- Zu zweit: Setzt euch gegenüber, dann spielt ihr als Team gegen zwei Computer. Setzt ihr euch nebeneinander, spielt ihr gegeneinander – jeder mit einem Computer als Partner.
- Zu dritt: Zwei spielen als Team, der dritte bekommt einen Computer als Partner. Beim Differenzler spielt sowieso jeder für sich.
So spielt ihr den normalen Schieber mit allen Regeln, Weis und Stöck – und niemand muss Punkte zählen. Ohne Anmeldung, im Browser oder in der App.
Schieber zu zweit
Die einfachste Variante für zwei Personen. Sie eignet sich auch gut, um das Jassen zu lernen, weil sie fast gleich funktioniert wie der Schieber zu viert.
- Verteilen: Der Gegner hebt ab. Der Kartengeber legt jedem Spieler zwei verdeckte Stapel mit je neun Karten hin.
- Ansagen: Jeder wählt einen seiner Stapel und nimmt ihn auf. Wer nicht gegeben hat, bestimmt den Trumpf.
- Spielen: Zuerst werden die neun Karten in der Hand gespielt. Danach nehmen beide ihren zweiten Stapel auf. Wer den neunten Stich gemacht hat, spielt als Erster aus.
- Schreiben: Am Ende zählt jeder seine Punkte. Gespielt wird meist bis 500 oder 1000.
Beliebte Abmachungen: Weisen erlauben, beide Stapel kurz anschauen dürfen, bevor man sich entscheidet, oder für Anfänger nur Obenabe ohne Ansage spielen.
Zweier-Sidi: bieten mit offenen Karten
Spannender wird es mit dem Zweier-Sidi. Jeder Spieler legt sechs Karten verdeckt vor sich hin und darauf sechs Karten offen. Die übrigen sechs nimmt er auf die Hand.
- Wer nicht gegeben hat, beginnt zu bieten: wie viele Punkte er mit dem Trumpf seiner Wahl macht. Jedes neue Gebot muss mindestens 5 Punkte höher sein.
- Wer am höchsten bietet, bestimmt den Trumpf. Der Gegner darf vor der ersten Karte zweimal auf den Tisch klopfen – dann zählt die Runde doppelt.
- Gespielt werden nur Handkarten und offene Karten. Wird eine offene Karte gespielt, deckt man nach dem Stich die Karte darunter auf.
- Erreicht der Bieter sein Gebot, schreibt er die Differenz. Verfehlt er es, schreibt der Gegner die Differenz. Meist spielt man bis 100.
Jass zu dritt
Zu dritt gibt es mehr Auswahl. Bei den meisten Varianten bekommt jeder zwölf Karten, weil sich die 36 Karten genau durch drei teilen lassen.
Handjass
Der Klassiker zu dritt, jeder spielt für sich. Jeder bekommt neun Karten, die übrigen neun bilden den Stock. Die oberste Karte des Stocks wird aufgedeckt und bestimmt den Trumpf. Die Vorhand darf ihre Karten gegen den ganzen Stock tauschen; will sie nicht, geht das Recht weiter.
Vor der ersten Karte sagt jeder, ob er mitspielt. Wer mitspielt, braucht mindestens 21 Punkte – sonst gibt es eine Null, den «Härdöpfel». Die zwei Spieler mit den meisten Punkten bekommen je einen Strich. Wer zuerst sieben Striche hat, gewinnt.
Differenzler zu dritt
Der Differenzler funktioniert auch zu dritt: Jeder bekommt zwölf statt neun Karten, sagt vor dem Spiel seine Punkte an und schreibt am Ende die Differenz zwischen Ansage und gemachten Punkten. Wer am Schluss die kleinste Differenz hat, gewinnt.
Bieter
Beim Bieter spielt einer gegen zwei. Die Spieler bieten, wie viele Punkte sie über die ganze Partie machen – das Mindestgebot liegt meist bei 600, in der Zentralschweiz bei 500. Wer am höchsten bietet, wird «König» und spielt allein gegen die beiden anderen, die zusammen 1000 Punkte erreichen müssen. Wer zuerst sein Ziel erreicht, gewinnt.
Molotow
Hier will man möglichst wenige Punkte machen. Der Trumpf wird nicht angesagt: Wer als Erster eine ausgespielte Farbe nicht angeben kann, bestimmt mit der Karte, die er stattdessen spielt, die Trumpffarbe. Weis und Stöck zählen nicht.
Welche Variante passt?
| Variante | Spieler | Gut für |
|---|---|---|
| Schieber online | 2–4 + Computer | den echten Schieber ohne vierten Mann |
| Schieber zu zweit | 2 | Anfänger und schnelle Runden |
| Zweier-Sidi | 2 | Spieler, die gern bieten und taktieren |
| Handjass | 3 | gemütliche Runden, jeder für sich |
| Differenzler | 3–4 | alle, die ihr Blatt gut einschätzen |
| Bieter | 3 | erfahrene Jasser |
| Molotow | 3–4 | Abwechslung zum Schieber |
Wichtig: Gerade bei diesen Varianten unterscheiden sich die Regeln von Region zu Region und von Runde zu Runde. Klärt Punkte, Spielziel und Weis vor dem Spiel. Die Grundlagen – Kartenwerte, Trumpf, Farbe angeben – findest du in den Schieber-Regeln, die Wörter dazu unter Jass-Begriffe.
Häufige Fragen
Kann man Jass zu zweit spielen?
Ja. Am Tisch eignen sich der Schieber zu zweit mit zwei Stapeln pro Spieler und der Zweier-Sidi. Online könnt ihr bei Jassen Online den normalen Schieber zu zweit spielen – die freien Plätze übernimmt der Computer.
Welcher Jass eignet sich für drei Spieler?
Am bekanntesten sind Handjass, Differenzler, Bieter und Molotow. Für Einsteiger ist der Handjass oder der Differenzler am einfachsten.
Kann ich online mit nur einem Freund Schieber spielen?
Ja. Eröffne einen Tisch mit Freunden und schick den Einladungslink. Setzt ihr euch gegenüber, seid ihr ein Team; die beiden Gegner spielt der Computer.
Wie viele Karten bekommt man beim Jass zu dritt?
Meist zwölf, weil 36 Karten genau durch drei aufgehen. Beim Handjass bekommt jeder neun Karten, die übrigen neun bilden den Stock.